Fasergewinnung unterteilt sich in zwei verschiedene Arten:
Entrindete Stämme (vorwiegend Nadelholz) wird mit Schleifsteinen in feine Fasern geteilt. Dadurch entsteht ein gelblicher Faserbrei der nach der Säuberung mit Chemikalien gebleicht wird. Durch den Holzanteil im Papier wird eine gewünschte Undurchsichtigkeit und Bedruckbarkeit erreicht und eine Vergilbung unter Lichteinfluss vermieden. Es wird zwischen leichtholzhaltigen, mittelfeinen oder holzhaltigen Papieren unterschieden.
Das Holz wird zerkleinert und mit verschiedenen Chemikalien unter hohen Temperaturen bearbeitet. Es entstehen gelblich bis braune Zellulosefasern die durch veschiedene Reinigungstufen gesäubert werden (Harze und Lignine werden herausgelöst). Das Material wird anschließend wieder gebleicht durch Sauerstoff und Wasserstoffperoxyd oder einer Chlorverbindung. Zellstoff vergilbt weniger schnell im Licht, weil die Lignine herausgelöst wurden. Zellstoffpapiere sind weißer, reißfester (längere Zellstofffasern) und durchscheinender.
Holz- oder Zellstoff wird aufgelöst und im Mahlwerk (Refiner) weiterverarbeitet. Die Fasern werden entweder durch zerschneiden oder quetschen in rösch oder schmierig eingeteilt. Zerquetschte Fasern gehen eine stärkere Verbindung ein (hohe Festigkeit, z.B. Transparentpapier). Kurze geschnittene Fasern haben eine hohe Saugfähigkeit bei abnehmender Festigkeit (z.B. Löschpapier). Durch Beimischen von Zusatzstoffen werden die Stoffe zum Ganzstoff (z.B. Füllstoffe, Farbe, Leim, etc.). Das Papier wird dadurch z.B. künstlich weißer gemacht.
Der Egoteur ist eine mit einem Sieb bespannte Walze zur Verbesserung der Oberfläche und zur Herstellung von Wasserzeichen. Bei Erhöhungen im Wasserzeichen muss auf der Walze eine Vertiefung aufgebracht werden, damit sich an dieser Stelle mehr Fasern anlagern können und das Wasserzeichen dicker wird. Bei Vertiefungen im Wasserzeichen muss auf der Walze eine Erhöhung angebracht werden, damit sich dort weniger Fasern ablagern können.
Die Papierfasern richten sich im schnellen Strom der Papiermaschine in Richtung der Strömung aus. Die Fasern verfilzen miteinander wodurch längs und quer der Laufrichtung unterschiedliche Eigenschaften entstehen.
Laufrichtung: in Richtung des Papierstroms und beim verfilzen der Fasern (Fasern werden in Richtung des Stroms stärker gestreckt und verlieren ihre Dehnfähigkeit)
Dehnrichtung: in Querrichtung schrumpfen die Fasern beim Trocknen und quillen durch Feuchtigkeit wieder auf (sie bleiben dadurch dehnfähig)
Feuchtigskeitstest
Die Fasern dehnen sich durch Wasseraufnahme aus und das Blatt wölbt sich in Laufrichtung der Fasern.
Biegeprobe
Bei etwas dickerem Papier lässt anhand des Wiederstandes beim Biegen erkennen, wie die Laufrichtung der Fasern ist. Gegen die Laufrichtung lässt sich das Papier leichter biegen.
Nagelprobe
Man zieht an der Seitenkante mit dem Fingernagel über das Papier. Die Fasern werden dabei voneinander weggerissen und die Seite wird länger, woraufhin diese sich kräuselt.
Reißprobe
Das Papier lässt sich in Laufrichtung der Fasern gerade reißen, während ein Riss von der andere Blattseite sich nicht gerade reißen lässt. Außerdem ist der Riss in Laufrichtung glatter.
Streifenprobe
Bei der Streifenprobe schneidet man von der a- und b-Kante des Blattes einen gleich langen Streifen und schaut, welcher sich bei geraden Halten stärker durchbiegt. Der Streifen gegen die Laufrichtung hängt stärker durch.
Für Hoch- und Tiefdruck benötigt man z.B. glatte Papiere, Offset kann auch leicht raue Papiere. Zur Verbesserung der Oberfläche kann man glätten, streichen und prägen. Matt gestrichene Papiere kommen aus der Streichanlage mit matter Oberfläche. Glänzend gestrichene Papiere kommen zusätzlich in den Kalander, wo sie auf Glanz oder Halbglanz geglättet werden.
| Format | Maße | Teilung | Nutzen |
|---|---|---|---|
| DIN A0 | 841 mm x 1198 mm | 0 | 2 hoch 0 = 1 |
| DIN A1 | 594 mm x 841 mm | 1 | 2 hoch 1 = 2 |
| DIN A2 | 420 mm x 594 mm | 2 | 2 hoch 2 = 4 |
| DIN A3 | 297 mm x 420 mm | 3 | 2 hoch 3 = 8 |
| DIN A4 | 210 mm x 297 mm | 4 | 2 hoch 4 = 16 |
| DIN A5 | 148 mm x 210 mm | 5 | 2 hoch 5 = 32 |
| DIN A6 | 105 mm x 148 mm | 6 | 2 hoch 6 = 64 |
| DIN A7 | 74 mm x 105 mm | 7 | 2 hoch 7 = 128 |
| DIN A8 | 52 mm x 74 mm | 8 | 2 hoch 8 = 256 |
| Format | Maße | Bezeichnung |
|---|---|---|
| DIN A0 | 860 mm x 1220 mm | Vierfach |
| DIN A1 | 610 mm x 860 mm | Doppel |
| DIN A2 | 430 mm x 610 mm | Einfach |
Häufig verwendetes Rohformat: 70 cm x 100 cm
Überformate werden genutzt, wenn z.B. durch Nutzenformat, Greiferrand oder Kontrollstreifen ein größerer Bogen notwendig ist. (z.B. 63 cm x 88 cm)